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Was ist der Ursprung des Adventskalenders?

Was ist der Ursprung des Adventskalenders?

11. September 2024

Der Ursprung des Adventskalenders geht auf eine alte christliche Tradition zurück, die eng mit dem Warten auf die Feier der Geburt Christi verbunden ist.

Der Begriff Advent, aus dem Lateinischen "adventus", bedeutet "Ankunft" oder "Kommen" und kennzeichnet die vier Wochen vor Weihnachten, eine Zeit der spirituellen Vorbereitung im liturgischen Kalender.

Erste Spuren der Zählung des Advents

Der Adventskalender, wie wir ihn heute kennen, mit seinen kleinen zu öffnenden Fenstern, ist nur eine jüngere Version eines älteren Rituals.

Schon im 19. Jahrhundert hatten protestantische Familien in Deutschland die Gewohnheit, die Tage vor Weihnachten symbolisch zu markieren.

Hier sind einige ursprüngliche Praktiken der Adventszählung:

  1. Kreide an der Tür: An jedem Dezembertag malten die Kinder einen Kreidestrich an die Tür oder Wand, um die Tage bis Weihnachten zu zählen.
  2. Adventskerzen: Familien zündeten auch einen Adventskranz mit vier Kerzen an, eine für jeden Sonntag vor Weihnachten, um auf das Licht Christi zu warten.
  3. Andachtsbilder: Im 19. Jahrhundert war es üblich, den Kindern an jedem Tag des Advents kleine Andachtsbilder zu geben, die biblische Szenen oder Bezüge zur Geburt Christi zeigten.

Das Aufkommen des modernen Adventskalenders

Der erste echte gedruckte Adventskalender entstand wohl 1902 in Deutschland, doch erst 1908 brachte Gerhard Lang, ein deutscher Verleger, einen Adventskalender mit Türen auf den Markt, inspiriert von seiner eigenen Kindheit, in der seine Mutter ihm einen handgemachten Kalender mit Bildern bastelte. Dieser kommerzielle Kalender enthielt kleine religiöse oder festliche Bilder, die hinter täglichen offenen Fenstern verborgen waren.

Die Entwicklung des Adventskalenders

In den 1920er Jahren entwickelte sich der Adventskalender weiter und enthielt kleine Schokoladen oder Überraschungen hinter jedem Fenster, die das Warten unterhaltsamer machten. Ab den 1950er Jahren verbreitete sich das Konzept in Europa und Nordamerika und wurde zu einer Tradition für Kinder und Erwachsene, die den Weihnachtstag kaum erwarten konnten.

Parallelen zu anderen Zählritualen

Dieses Ritual des Zählens der Tage bis zu einem Ereignis ist nicht nur auf die Adventszeit beschränkt. Viele Kulturen haben ähnliche Praktiken begründet:

  1. Mond- und Sonnenkalender: In alten Zivilisationen, wie der der Maya oder der Ägypter, war die Zählung der Tage bis zu religiösen oder landwirtschaftlichen Ereignissen (wie Ernten) von Bedeutung. Sie folgten oft Mond- oder Sonnenzyklen, um das Warten auf Feierlichkeiten oder astronomische Ereignisse zu markieren.
  2. Die Pessach-Riten: In der jüdischen Tradition wird das Warten auf das Pessachfest vom Ritual der mehrtägigen Vorbereitung begleitet, insbesondere hinsichtlich der Reinigung des Hauses und der Zubereitung traditioneller Speisen.
  3. Countdowns: In jüngerer Zeit ist die Idee, die Tage vor einem großen Ereignis zu markieren, zu einer universellen Tradition geworden, sei es für Hochzeiten, Geburtstage oder Jahresendfeiern.

Ein Symbol für Geduld und Freude

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Adventskalender zu weit mehr als nur einer bloßen Tageszählung. Er verkörpert die freudige Erwartung und die spirituelle oder festliche Vorbereitung vor einer bedeutenden Feier. Jeder Tag ist ein kleiner Schritt hin zur Erfüllung eines mit Spannung erwarteten Moments, eine Praxis, die sich in vielen Kulturen über Zeit und Kontinente hinweg wiederfindet.